VERÄNDERUNG; etwas Gewohntes anders machen.

Letzthin hatte ich Lust zu schreiben, mir kam aber keine gute Textidee in den Sinn. Spontan sagte mein Partner: «Schreib über das, worüber du normalerweise nicht schreiben würdest.»

Wir sassen im Garten und ich dachte, ok, dann schreibe ich hier wo ich sitze mit Papier und Kulli, über meinem Garten. Anders ist; Ich schreibe nicht am Computer und mit dem Thema bewege ich mich ebenfalls auf ungewohnter Bühne.

Dabei ist der Text; mein Garten ist ja so was von sinnlich, entstanden.

Dann habe ich diesen Text mit Leichtigkeit verfasst. Komisch, «Maria, du bist ziemlich festgefahren!»

Festgefahren auf TippTexte. Solche, die sozusagen etwas nützen. Daraus ergibt sich schnell ein einengendes Leitbild – dann passierts, der Kreativität geht die Luft aus, wie bei einer alten Luftmatratze.

Leitbilder und Gewohnheiten können auch eine Falle sein.

Dann hat Originelles und Unübliches keine grosse Chance mehr.

festgetretene Wege zwischendurch verlassen

Beim Gefühl, auf der Stelle zu treten, neigen wir dazu rumzuhirnen, warum und wieso. Neue Wege muss man aber gehen, das heisst konkret, die Dinge beim Schwanz packen und als erstes mit einer neuen Handlung beginnen.

Dazu braucht es nur diese eine Frage:

«Was könnte ich (dazu) tun, was ich sonst nicht tun würde?»

Nicht bremsen lassen

Die Gefahr besteht ja schon, dass bei Neuem die Einwände und Ängste blitzschnell da sind. Und flutsch, machen wir es nicht.

Liebe Leserinnen und liebe Leser, können wir diese Ängstchen endlich hinter uns lassen? Können wir das? Okay?

Tun wir’s doch einfach und schauen mal was passiert.

Wie die Kinder, einfach versuchen. Wenn es sich unbedeutend und doof anfühlt, dann lassen Sie es sein. Wenn nicht, entdecken Sie neue Gefühle oder auch Talente. Es ist wie eine Wundertüte. Wir finden heraus, was drin ist, wenn wir neugierig genug sind, es zu versuchen.

Machen Sie neugierig mit bei folgender Idee. Es sind Handlungsanstösse, vielleicht noch nicht grad das Gelbe vom Ei oder die Lösung für ein konkretes Problem. Doch sie eignen sich als perfekte Anschupser.

Eine Woche lang jeden Tag ETWAS anders machen. 

Fangen Sie klein an. Es darf auch etwas Belangloses sein. Aber achten Sie darauf, dass es wirklich ANDERS ist. Hier ein paar spontane Einfälle:

1. Tag: Machen Sie Unterbrüche und Änderungen in ihrem gewohnten Rhythmus. Einen anderen Heimweg wählen. Plaudern mit einem Altrocker. Den Pulli verkehrt herum anziehen. Da gibt es allerhand, das man ungewohnt, umgekehrt, davor oder danach, tun kann.

2. Tag: Wählen Sie einen Ort, wo Sie nie hingehen. Stammtisch, Vergnügungspark, oder die Oper, in die leere Kirche, in die volle, an einen Weihnachtsmarkt, an ein Schwingfest. ErLEBEN Sie die Atmosphäre.

3. Tag: Bewegen Sie sich anders. Laufen wie ein Model auf dem Laufsteg, sitzen im Schneidersitz oder Zehennägel zum Kopf ziehen. Strecken, dehnen, schwingen. Achten Sie auf Gestik und Gang.

4. Tag: Betreten Sie eine andere Bühne. High-Heels anziehen und ein schönes Kleid, Männer, wo bleibt der Hut? Eine peppige Kravatte. Frauen, kleiden Sie sich wie eine Diva und fühlen Sie sich wie eine Diva.

5. Tag: Lassen Sie ihren Schweinehund hervorgucken. Erzählen Sie einen schmutzigen Witz. Benutzen Sie Kraftausdrücke. Schimpfen Sie vor sich hin. Lassen Sie für heute nette Redewendungen und höfliche Gespräche. Schauen Sie mal, was dabei herauskommt.

6. Tag: Hören Sie heute mindestens 10 Minuten Musik. Volksmusik, Klassik, HipHop, Rap. Eine andere Stilrichtung. Tun Sie das laut oder besuchen Sie ein Konzert oder eine Veranstaltung. Rocken Sie wieder mal zu ACDC, weinen Sie mit Heino.

7. Tag: Ruhetag

Ist es wirklich wichtig, WAS diese Sache ist, die etwas in Schwung bringt? Ausserdem setzt „klein anfangen“, so eine ein Art Kieselsteineffekt in Gang – die Wellen werden grösser.


4 thoughts on “VERÄNDERUNG; etwas Gewohntes anders machen.

  1. Ciao Maria, warum auch nicht, viele machen das schon lange im verborgenen. Schienen gehören zum Tram etc. Unsere Wege sollten einfalls reicher sein und lebendiger. Die Betonung auf lebendig 😉
    Lebendigi Grüessli vom Hoger
    Gisella

  2. Doris

    <3 lichi Grüess us äm Bernbiet

    Es macht Freude im Dynamica's Blog zu lesen und zu stöbern. Es hat so ein "ich freue mich schon auf den nächsten" Effekt 🙂

    Vielen Dank für deine immer so interessanten Artikel.

    YES! Genial, Maria!

    • Vielen Dank Doris. Es macht mir Spass zu schreiben … aber erst wenn’s auch Freude macht zu lesen, ist es gaaaanz toll zu schreiben 😉 herzlichste Grüsse aus der Ostschweiz.

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